swimming fish

Freiheit spüren, Glück finden

Ein halbes Jahr unterwegs auf Rädern | Doris Harlos

(Werbelink)
Buchcover

Über das Buch

Mein neues Leben beginnt: Eintritt in den Ruhestand und ein halbjähriger Road-Trip mit unserem Wohnmobil durch Europa. Mein Mann, Speedy Joy und ich erleben unvergessliche Momente. Wer sind wir drei, was erwartet uns, was wird aus uns? Nach dem Lesen dieser Abenteuer wird auch euch eine große Sehnsucht packen.

Leseprobe | kurzer Auszug

Allmählich wurde es Zeit, in der nahegelegenen Bar ein paar Tapas zu essen. In der besagten Bar hatte es uns vor einer Woche schon gut gefallen, auch die Tapas waren lecker. Diese Bar war mit dem Fahrrad leicht zu erreichen

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einfach ein Stück an der Hauptstraße entlang. Der Ort war jetzt im Oktober schon ziemlich ausgestorben. Kein Mensch auf der Straße, die Touristen waren schon überwiegend abgereist. Schnell kam die Bar in Sicht. Zur Straße hin gab es einen Biergarten, der Eingang befand sich in einem Wintergarten. Beide waren verwaist. Die ausschließlich einheimischen Gäste waren allesamt direkt in der Bar: ein großer, länglicher Raum mit einer langen Theke, alles aus Holz. An den Wänden befanden sich überall Regale, vollgestellt mit reichlich Flaschen und allerlei Gerümpel. Alle Barhocker waren besetzt. Dort saßen nur Männer, alt und jung. Im Raum gab es viele kleine Vierer-Tische und einen riesigen runden Tisch, den Stammtisch. Hier saßen Männer, Frauen und Kinder beieinander, ein lautes Palaver war zu hören. Sofort fühlte ich mich wieder wohl hier. Der Chef stand hinter der Theke, ein noch junger Mann mit einem sympathischen Äußeren. Er winkte uns zu, erkannte uns wieder. Auch kam er gleich zu uns, um uns mit Handschlag zu begrüßen. Auf seinem iPad zeigte er uns die Sehenswürdigkeiten der Gegend und gab uns Empfehlungen für die Weiterreise. Außerdemteilte er mit uns Fotos von seiner gesamten Familie. Wir verstanden nicht alles, was er sagte, aber sein Google- Übersetzer half wieder einmal. Inzwischen konnte ich mich kaum noch konzentrieren, der Hunger nagte so sehr an mir. Ein gewisser Punkt war bereits überschritten, es tat regelrecht weh. Mein Magen rumorte und hing mir fast in den Kniekehlen. Mit dem Google-Übersetzer machten wir es ihm deutlich: Wir hatten nur noch Hunger! Doch als Antwort spuckt der Übersetzer tatsächlich aus: „Mein Koch hat heute schon Feierabend.“ Das konnten wir nicht glauben. Redeten wir etwa aneinander vorbei? Wir waren komplett ratlos. Der Chef verschwand hinter der Theke und kam mit zwei Gläsern Wein und ein paar Snacks zurück. Vor uns standen nun ein kleiner Korb mit Brot, ein Mini-Schälchen Chips und auf einer Untertasse eine Kinderportion Tortillas. Sprachlos starrten wir diese Kleinigkeiten an. Unsere Enttäuschung war riesengroß. Sollten wir uns daran etwa satt essen? Zunächst einmal nahmen wir einen großen Schluck Wein. Dabei beobachteten wir im Augenwinkel, dass nebenan am Stammtisch eine Dame aufstand. Ich sah, dass sie sich im Gehen ihre dunklen langen Haare hochsteckte. Vor der Küchentür, die weit aufstand, hing eine Schürze am Haken. Diese band sie sich um. Dann ging sie in die Küche, schaltete das Licht an und verschwand aus unserem Sichtbereich. Der Chef kam wieder zu uns und zeigte uns auf seinem iPad, was wir jetzt bestellen könnten. Was geschah hier gerade? Würde etwa diese Dame für uns kochen? In kürzester Zeit wurde uns eine riesige Platte mit Jakobsmuscheln serviert - jede einzelne extra groß und glänzend. Ein köstlicher Geruch breitete sich aus. Die Muscheln waren eine Delikatesse – die besten Jakobsmuscheln, die ich je gegessen hatte! Und so ging es immer weiter! Uns wurden zahlreiche Tapas-Variationen gebracht: eine Platte mit Gemüse und knusprigen Kartoffeln, frittierte Baby-Tintenfische, Knoblauchgarnelen, Fleischbällchen und Chorizo. Wir schwebten im siebten Himmel! Alles wurde mit Hingabe verspeist. Nach dem Essen kam die junge Köchin in ihrer grünweiß karierten Schürze zu uns an den Tisch und strahlte uns an. Überschwänglich bedankten wir uns bei ihr, mit unseren Worten, mit Händen und Füßen. Unter großem Gejohle der anderen Gäste lagen wir uns mit Tränen in den Augen in den Armen. Wir waren beide so gerührt! Was für ein unfassbares Glück. Nicht nur unser Hunger war gestillt, sondern auch unsere Seele gesättigt. Dieses Erlebnis war einfach nur eindrucksvoll: die Selbstverständlichkeit – und diese große Herzlichkeit.

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